Egal bei welchem Würfelspiel manchmal kommt es zu den kuriosesten Situationen. Da fehlt jemandem eine bestimmte Zahl zum Setzen und wie durch ein Wunder würfelt er sie dann auch auf Anhieb. Oder aber, man braucht eine bestimmte Zahl und sie will einfach nicht fallen. Wir kennen alle solche Situationen und natürlich auch den Spruch: „Glück im Spiel, Pech in der Liebe.“ Vielleicht nicht zuletzt deshalb bringen wir das Würfeln gerne mit Schicksal und Glücksspiel in Verbindung. Menschen, die zu viel Glück beim Würfeln haben wird gern nachgesagt, sie stünden mit dem Teufel im Bunde oder hätten sogar so etwas wie die Seuche an den Fingern. „Das ist kompletter Unsinn!“ oder „Eine rein zufällige und temporäre Erscheinung.“, sagen die einen und, „Da ist bei manchen Leuten in der Tat etwas Wahres dran.“ die anderen. Beide Lager sind sich ihrer Sache sehr sicher, aber die Praxis spielt einem dann doch so manches Mal einen gewaltigen Streich und man kommt irgendwie doch ins Grübeln, denn Glücks- bzw. Pechsträhnen kennen wir alle nur zu gut, und das nicht nur beim Würfeln. Also wollen wir es von Zeit zu Zeit anscheinend wissen oder überprüfen, denn Würfelspiele gehören nicht umsonst mit zu den ältesten Spielen der Welt, über deren Ursprung man sich nicht so ganz einig ist. Nach Platon war es der Gott „Thot“, der sie erfand und „Herodot“ nennt die „Lyder“ als ihre Urheber. In beiden Fällen jedenfalls eine jahrtausendealte Geschichte. Würfelspiele haben seit jeher ihren Platz in der Gesellschaft und gehören zur Freizeit irgendwie dazu.

Typische, schnelle Würfelspiele

Wenn es darum geht, ganz schnell eine Entscheidung herbeizuführen, wer z. B. bei einem Spiel anfangen darf, gibt es das altbewährte „Hoch oder Tief“. Je nachdem, was vereinbart wird, gilt die höhere oder niedrigere Zahl als Gewinn. Jeder würfelt einmal und schon steht der Gewinner bzw. Anfänger fest. Beim Patt (gleiche Zahl) wird von den Betroffenen einfach nochmal gewürfelt, bis ein eindeutiger Gewinner feststeht. Einfacher geht’s kaum.

Auch beim Bier am Kneipen-Tresen werden gern die „Runden“ ausgespielt, die es zu bezahlen gilt. Dabei sind Spiele wie „Meier“ oder „Schocken“ wahre Klassiker und in vielen Regionen so etwas wie Kult und ein Muss, wenn es einmal pro Woche zum Stammtisch geht. Es gibt unzählige solcher einfachen Würfelspiele, die sich regional bedingt mehr oder weniger einer großen Beliebtheit erfreuen. Ein netter Zeitvertreib, aber man muss es halt mögen. Es gibt viele Menschen, die solche Spielereien auch per se ablehnen, da sie Glücksspiele als Teufelszeug ansehen.

Klassische Gesellschafts-Würfelspiele

Die Liste von Würfelspielen, die gleichzeitig als Familien oder Gesellschaftsspiele gelten, ist unendlich lang und es kommen ständig neue hinzu. Wer sich dafür interessiert, findet sie nach Anzahl von beteiligten Würfen sortiert im Internet. Viele dieser Spiele haben mittlerweile eigene Würfel mit eigenen Symbolen und mehr oder weniger Seiten, als der klassische 6-seitige Würfel. Ähnlich wie bei Brettspielen mit Würfeln geht es dabei ausschließlich um Glück oder Pech. Je aufwendiger und komplexer das Spiel ist, umso größer ist die Gleichberechtigung unter den Teilnehmern, denn Fortuna küsst für gewöhnlich jeden mal, wenn ein gesamtes Spiel über 30 Minuten oder eine Stunde geht. Würfelspiele sind im Allgemeinen einfach zu erlernen und genauso einfach zu spielen. Ein Spielblatt für „Kniffel“ oder „Yahtzee“ ist in 2 Minuten erstellt und alles was man wirklich benötigt, sind 5 Würfel und ein Tisch.

Strategische Würfelspiele

Gibt es sie überhaupt? Das erscheint eine berechtigte Frage zu sein, die sich besser jeder Spieler selbst beantworten sollte. Spiele wie „Backgammon“ könnten jedenfalls dazugehören.